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3 Gesellschaft, Bevölkerung, Soziales
| Demkratie(theorie), Zivilgesellschaft, Bürgerrechte, Cyber-Rights / Lebensformen / Sexualität, Liebe / Freizeit, Sport, Tourismus, Konsum / Zukunft / Emanzipationsbewegungen, Neue Soziale Bewegungen (NSB) / Frauenbewegung / Männerbewegung / Alternative Bewegung / Bewegung anderer Gruppen, Randgruppen / Flüchtlingsbewegung, Ausländische BürgerInnenbewegung / Kapitalismus und Gesundheit / Medizin / Gesundheitsbewegung / Sozialeinrichtungen, Sozialarbeit, Sozialhilfe / Religion, Kirche / Atheismus, Humanismus / Rassismus, AusländerInnenfeindlichkeit / Antisemitismus / Nationalismus
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| Systematik: | ID-Archiv id-e-3234 |
| | Status: | Changed | | Checked: | 03-03-02 05:02:47 PM |
| | Adresse: | Allgemeines (Bürozeit 12 - 16 Uhr) Hassane, Markus tel. 614 013 06/7 mailto:sub.opus@snafu.de fax: 616 092 68 |
| | Selbstdarstellung: | | SO36 Wieso? Weshalb? Warum? Nicht umsonst trägt die Halle am Heinrichplatz das Kürzel des alten Postzustellbezirkes Kreuzberg, denn in diesem traditionsreichen Raum trifft eine lebendige Gegenwart auf eine spannungsreiche Vergangenheit. Betrieben wird das SO36 von dem Verein Sub Opus 36 e.V., der sich in erster Linie als kulturfördernder Initiator versteht. So bietet die Halle heute Raum für Newcomer, harte Töne jenseits des Chartsmainstreams und Veranstaltungen verschiedenster Projekte. Wo früher Punk dominierte, findet man heute auch HipHop, CrossOver, Techno und vieles mehr. Hier arbeitet eine kreative, zum Teil schwullesbische Kulturszene. Das Team des SO36 ist so vielfältig wie seine Veranstaltungen. Menschen aus verschiedenen Bereichen und mit unterschiedlichen Hintergründen haben den Versuch gestartet, Brücken zu bauen und gemeinsam ein Projekt zu gestalten. Es gilt, neue Wege zu gehen, eingefahrene Denkschemata zu verlassen und sich nicht zähmen zu lassen. Die Halle in der Oranienstrasse ist aus dem Berliner Nachtleben als Publikumsmagnet und Impulsgeber nicht mehr wegzudenken. Geschichte Das SO36 blickt auf eine über hundertjährige Geschichte zurück. Im Jahr 1861 begann die Halle als Biergarten-Lokal. Vor rund 75 Jahren zog dann das Kino am Heinrichplatz als eines der ersten Berliner Lichtspielhäuser mit 660 Plätzen ein. Ende der sechziger, Anfang der siebziger Jahre nahm sich eine Gruppe Aktionskünstler den inzwischen leerstehenden Raum als Atelier. Ihnen folgten zehn Jahre später die Neuen Wilden, der Raum wurde Konzerthalle. Aus dem musikalischen Untergrund kommend traten hier „Die einstürzenden Neubauten“ und „Die tödliche Doris“ auf, die mit provozierenden Ausdrucksformen den damaligen Stillstand in der populären Musik beendeten. Das erste Atonal-Musikfestival öffnete hier seine Pforten und bot dem legendären Fischlabor den geeigneten Raum für unzählige Projekte. Das von Monika Döring organisierte erste Konzert der "Dead Kennedys" machte das SO36 zu der Punk-Konzerthalle in Berlin. 1983 wurde dem jäh ein Ende gesetzt. Der letzte Pächter, der die Halle "SO36 Merhaba" genannt hatte, mußte Konkurs anmelden, als die Bauaufsicht den Saal schloß. Überbleibsel der Episode: ein Nachfolger der "IBA", die S.T.E.R.N. GmbH, blieb Hauptmieter der Halle. 1985 wurden erste Pläne entworfen, um aus dem baufälligen Saal ein Kulturzentrum zu entwickeln. Immer wieder zogen Kunstprojekte in die Halle. Doch die Kritik am baulichen Zustand, die manchmal wilden Verhältnisse vor dem SO, und die Lärmbelästigung für die Anwohner riß nicht ab. Die Räumung durch die Polizei 1987 war der endgültige Höhepunkt dieser Auseinandersetzung. Nach dem Umbau eröffnete 1990 das SO36 unter neuer Trägerschaft. 1984 erwachte die Halle noch einmal kurz zum Leben, als die internationale Bauausstellung "IBA vor Ort" mit ihrem Zwischenbericht einzog. Fünf Wochen nach Eröffnung der Ausstellung wurde das "Kuckuck" geräumt. Die Besetzer zogen ins SO ein und warfen die Aussteller raus. Das SO36 heute Die größte Stärke des SO36 bleibt die Vielfalt an Menschen und Themen rund um die Halle am Heinrichplatz. Nach wie vor Konzertsaal für progressive Musik, hat es sich in den letzten Jahren auch zum Veranstaltungsort mit täglich wechselndem Programm entwickelt. Seit Anfang der neunziger Jahre hat sich das Programmangebot des SO36, jetzt unter der Trägerschaft des Sub Opus 36 e.V., erheblich erweitert, indem es sich - angefangen mit den "Queer-Parties" - für die verschiedensten kulturellen und politischen Gruppen und Subkulturen öffnete. Als eines der letzten großen Kollektive in der Stadt versuchen wir, basisdemokratischen Anspruch mit erhöhter Professionalität zu verbinden. So werden die Veranstaltungen nicht für imaginäre Zielgruppen inszeniert, sondern von jeweils eigenen Teams vorbereitet und in Zusammenarbeit mit den MitarbeiterInnen der verschiedenen Arbeitsbereiche (etwa Organisation, Werbung, Aufbau, Licht, Ton, Tresen) durchgeführt. Auch hier arbeiten Gruppen mit weitgehendem Gestaltungsfreiraum. Entscheidungen, die von Bedeutung für das Gesamtprojekt sind, trifft der SO-Rat, der sich aus VertreterInnen aller Gruppen zusammensetzt. Diese Struktur ermöglicht, daß immer wieder neue Ideen ins SO hineingetragen werden können. Sie ist Voraussetzung für Mitbestimmung und für effizientes Arbeiten an einem Veranstaltungsort mit solch umfangreichem Programm. SO36 - der wirtschaftliche Betrieb Durch die veränderte Kulturförderung, gerade im sozio-kulturellen Bereich, ist der Verein Sub Opus 36 e.V. an einem Punkt, an dem die fast ausschließlich ehrenamtliche Tätigkeit der Vereinsmitglieder nicht mehr ausreicht, die Kulturarbeit des Vereins zu gewährleisten. Seit 1994 hat sich der Verein entschieden, einen anderen Weg zu gehen: fest bezahlte Arbeitsplätze zu schaffen, die Veranstaltungsdurchführung auf hohem Niveau zu professionalisieren, den Gastronomiebereich als wirtschaftlichen Eigenbetrieb zu organisieren und nicht, wie bisher, zu verpachten. Mittlerweile haben wir uns zu einem Anbieter kompletter Veranstaltungen entwickelt. Das beinhaltet die Programmorganisation, Licht- und Tontechnik, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Internetpräsenz. Durch die gesteigerte wirtschaftliche Effizienz ist es uns heute überhaupt noch möglich, unsere Vereinsziele, die Förderung innovativer Kultur und die Durchführung einer großen Bandbreite sozio-kultureller Projekte, umzusetzen. Das SO36 ist heute 6-7 Tage in der Woche geöffnet und hatte im letzten Jahr eine Besucherzahl von über 100.000 Gästen. Wir werden weiterhin ein Ort für kritische und innovative Stimmen und Töne jenseits des Mainstreams bleiben. Seit Jahren führen wir gemeinsame Veranstaltungen mit anderen Projekten durch und unterstützen diese durch Anteile am Eintrittsgeld oder durch das Bereitstellen von Raum für Stände oder eigene Soliparties. Nach allem Gesagten dürfte klar sein, daß im SO niemand reich werden oder den Boss spielen kann. Unsere Geschäftsform als unabhängiger Verein läßt uns nur begrenzten finanziellen Spielraum, und die Preise sind nach wie vor gemäßigt. Trotzdem - oder gerade deswegen? - behaupten wir uns seit Jahren erfolgreich im kommerzialisierten Kulturbetrieb. Für uns und hoffentlich auch für Euch ein Grund zu feiern! Wir wünschen Euch und uns viel Spaß dabei. Euer SO36 Team |
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