3 Gesellschaft, Bevölkerung, Soziales

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Soziales Zentrum Norderstedt

http://www.nadir.org/nadir/initiativ/sz/

Systematik: ID-Archiv id-e-3234 id-e-415


Status: Changed
Checked: 03-03-02 03:35:54 PM

Adresse: Soziales Zentrum Norderstedt Ulzburger Straße 6/6a 22846 Norderstedt Nähe U-Bahn Ochsenzoll (Linie U1) (Wegbeschreibung) Fon: 040 / 529 50 103 Fax: 040 / 529 50 104 http://www.soziales-zentrum.de sz@inferno.nadir.org


Selbstdarstellung:
Geschichte des Häuserplenums Am 13. November 1992 wurde das ehemalige "Mütterzentrum" in der Alten Dorfstraße 30 in Norderstedt von über 100 Menschen mit der Forderung nach einem bewohnten Sozialen Zentrum besetzt. Nach sechs Tagen brachte uns der ehemalige Stadtrat Dr. Heinz Bischoff mit den Worten: "Norderstedt ist nun mal eine Stadt für Besserverdienende" den Räumungstitel. Das Projekt wurde von etwa 100 PolizistInnen geräumt und anschließend mit einer Abrißbirne zerstört. Stattdessen wurden dort teure Eigentumswohnungen gebaut. Aus dieser Besetzung heraus ist das "Häuserplenum Norderstedt" entstanden, das seitdem für ein "Soziales Zentrum Norderstedt" kämpfte. Im Juni '93 wurde mit einer befristeten Besetzung auf den Leerstand zweier Reihenhäuser in der Bahnhofstraße im Norderstedter Stadtteil Friedrichsgabe hingewiesen, die zum damaligen Zeitpunkt seit über 20 Jahren leerstanden. Unsere wesentliche damalige Forderung nach bezahlbarem Wohnraum wurde abgewiesen, das Motto von Herrn Bischoff setzte sich durch. Statt für sozialen Wohnungsbau zu sorgen, finanzierte die Stadt lieber den Bau der protzigen Kultursäle. Dieser wurde nach der Investition von rund 15 Millionen DM wieder gestoppt, weil die Kosten die Kalkulation überstiegen. Aufgrund des beständigen Drucks des Häuserplenums faßte die Norderstedter Stadtvertretung im März '95 den Beschluß, dem Häuserplenum das Haus der ehemaligen Puppenbühne des verstorbenen Künstlers Peter Stelly zur Verfügung zu stellen. Nachdem ein halbes Jahr später von Seiten der Stadt kein Vertragsangebot kam, setzte das Häuserplenum am 25. August '95 den Beschluß auf unkonventionelle und unbürokratische Weise um und begann den provisorischen Betrieb des Sozialen Zentrums ohne Verträge. Und siehe da - eine Woche später hatte der eigens gegründete Verein "Soziales Zentrum e. V." einen Fünf-Jahres-Vertrag mit der Stadt abgeschlossen. Zunächst wurde nur das Hinterhaus genutzt, das zu dem Zeitpunkt noch bewohnte Vorderhaus kam später hinzu. Mit der Gründung des Sozialen Zentrums wurde das Häuserplenum in Hausplenum umgetauft und stellt nun als wöchentliches NutzerInnenplenum einen zentralen Bestandteil der Selbstverwaltung des SZs dar. Selbstverwaltung Das Soziale Zentrum ist selbstverwaltet. Das bedeutet, daß alle diejenigen, die das Zentrum nutzen, eine eigene Verantwortung dafür tragen, was dort passiert bzw. was dort nicht passieren soll. Es gibt niemanden, der oder die dort mehr zu sagen hat als andere. Um zentrale Fragen wie die Vertragsverhandlungen mit der Stadt, den terminlichen Betrieb im SZ oder ganz einfach das alltägliche Aufräumen besprechen zu können, gibt es jeden Sonntag um 16.30 Uhr ein offenes Hausplenum, zu dem alle Interessierten kommen können und auch sollten. Dort werden dann Ideen gesammelt, Beschlüsse gefasst und Probleme besprochen. Die Umsetzung dessen, was dort herauskommt, lebt von der Beteiligung der Nutzerinnen und Nutzer, was natürlich nicht immer ganz einfach ist. Es gibt verhältnismässig wenige Menschen, die sich dafür einsetzen, daß der Betrieb und darüberhinaus auch das Fortbestehen des Zentrums so weiterlaufen kann wie bisher, und einige, die gerne als KonsumentInnen kommen und sich sonst nicht so viel engagieren. Es wäre erstrebenswert, daß sich sehr viel mehr Leute bewußtmachen, daß Selbstverwaltung nur davon leben kann, daß sich alle dafür engagieren und auch mal den "Dreck für andere wegmachen" müssen. Dafür ist es natürlich auch wichtig, daß laufende Diskussionen für alle transparent gemacht werden, damit auch neue Leute wissen, wie sie sich einbringen können. Dazu müssen wir noch ein bißchen koordinierter werden, na ja, zum Glück lernt Mensch ja nie aus ;-) Als Anlaufpunkt für Fragen, Kritik und Anregungen sei also nochmal das Sonntagsplenum um 16.30 Uhr erwähnt, zu dem alle ganz herzlich eingeladen sind!! Und mehr zum Thema Selbstverwaltung, die Idee davon und wie die Umsetzung aussehen kann, werdet Ihr hier hoffentlich auch bald lesen können!