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7 Kultur, Kommunikation, Medien
| Sprache / Kulturinstitutionen, Archive, Bibliotheken, Museen, Galerien, Ausstellungen / Kulturtheorien, Soziokultur / Presse / Alternativpresse / Gegenöffentlichkeit, Medientheorie / Rundfunk / Fernsehen / Informationsübermittlung / Internet / Open Source / Netzkritik, Netzkultur, Netzkunst / Neitzbewegung, Netzaktivismus / E-Texte, Digitale Texte / Kino / Theater / Musik / Bücher / Verlage, Literatur / Zensur / Kunst / Satire, Humor
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| Systematik: | ID-Archiv id-e-39 id-e-4141 id-e-94 id-e-7011 |
| | Status: | Changed | | Checked: | 03-03-02 04:29:28 PM |
| | Adresse: | Anfragen sind schriftlich, telefonisch, per Fax oder email möglich: ARiC Berlin e.V., Chausseestr. 29, 10115 Berlin Fon: 030-308 799-0 Fax: 030-308 799-12 E-Mail: aric@aric.de Bürozeiten: täglich 9.00 bis 16.00 Uhr Besuche (insbesondere von Gruppen) nach Absprache Mediathek (RAA) Öffnungszeiten: Dienstag: 11.00-15.00 Uhr, Mittwoch: 13.00-16.00 Uhr, Donnerstag 09.00-13.00 Uhr |
| | Selbstdarstellung: | | < Die Fremden in der Bundesrepublik Deutschland erlebten schon... vor der Wiedervereinigung... wie allmählich der Fremdenhass salonfähig wurde, wie wir immer mehr angestarrt und belästigt wurden, je mehr von Seiten der Medien von dem „überfüllten Boot“ Deutschland, von „Scheinasylanten“ etc. geredet wurde. Diejenigen, die heute die Ostdeutschen als Sündenbock instrumentalisieren und sie als potentiell rassistisch und ausländerfeindlich charakterisieren wollen, um selbst eine reine Weste zu behalten, betreiben meines Erachtens Ablenkungsmanöver...> Die Autorin dieser Zeilen, Farideh Akashe-Böhme, ist iranischer Herkunft und lebt seit 1967 in der Bundesrepublik. Ihre Feststellungen sind so etwas wie ein Leitgedanke für die Arbeit von ARiC Berlin geworden, einem Verein mit ostdeutschem Hintergrund und niederländischem „Paten“, ansässig in der Mitte der Dreieinhalbmillionenstadt, in der fast 190 Nationalitäten leben und der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung etwa 13 Prozent beträgt. Mit den politischen Veränderungen 1989/90 im Osten Berlins und in den heutigen neuen Bundesländern engagierte sich eine wachsende Zahl von Menschen in sozialen, soziokulturellen und politischen Projekten. Knappe finanzielle Mittel machten Zusammenarbeit, Austausch und Festhalten von Erfahrungen zwingend notwendig. Die Schaffung einer Einrichtung zur Sammlung und Dokumentation von Informationen und Erfahrungen schien daher sinnvoll. Bei der Suche nach einem Konzept entstand der Kontakt zum Rotterdamer Antirassismus-Zentrum, das seit 1984 Hintergrund- und Projektmaterial zu den Themen Rassismus, Diskriminierung und Verbesserung der interethnischen Beziehungen sammelt. Mit dem dort entwickelten Datenbankinformationssystem ARiCbase wurde das Rotterdamer Know-how offiziell übernommen. ARiC Berlin arbeitete nach der Lizenznahme zunächst mit der niederländischen Version, ehe 1995 die deutsche Fassung stand. Davor lagen Monate hartnäckiger Arbeit, ARiC Berlin überhaupt auf die Beine zu stellen. 1992 wurde überwiegend von Ehrenamtlichen daran gearbeitet, im Herbst 1993 erfolgte schließlich die Vereinsgründung, und am 1. Juli 1994 konnte eine Gruppe von neun Teilzeitbeschäftigten (ABM) ihre Tätigkeit aufnehmen. Zu den Arbeitsfeldern von ARiC: · Kontaktpflege und Informationsaustausch mit Zielgruppen wie Einrichtungen der Migranten- und Flüchtlingsarbeit, der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit, zu Ausländerbeauftragten, kirchlichen Einrichtungen u.a. sowie zur weiteren Öffentlichkeit; · Aufarbeitung, gezieltes Sammeln und Evaluieren von Adressen von Organisationen und Einrichtungen, Behörden, Einzelpersonen; ständige Dateneingabe in die Adressdatenbank; Vertrieb und Pflege (Updates) von ARiCbase/Adressen · Strukturierung und Dateneingabe in die Literatur- und Materialdatenbank in enger Zusammenarbeit mit der Mediathek der Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule (RAA). · Qualifizierte Beantwortung von Anfragen aus aller Welt · Zeitlich begrenzte Projekte zur Aufklärung/Bildung/Information Das Datenbankinformationssystem ARiCbase und seine zwei Säulen: Die Adressdatenbank enthält derzeit 3.000 überprüfte Datensätze, d.h. Adressen von Projekten, Vereinen, Organisationen, Institutionen, Medien, den Ausländerbeauftragten, von Ansprechpartnern für Jugendaustausch, Kirchenasyl, Rechtsfragen, von Aids-Beratungsstellen, Antidiskriminierungsbüros, jüdischen Einrichtungen, Stiftungen etc. aus den neuen Bundesländern und Berlin. In dem nach Rotterdamer Vorbild aufgebauten Abonnentensystem sind aktuell 15 Abnehmer registriert. Die Literatur- und Materialdatenbank gegen Rassismus, Gewalt, Diskriminierung, für interkulturelles Zusammenleben umfasst mehr als 20.000 Datensätze. (Bücher, Artikel, Dokumentationen, Videos, Tonträger und weitere Materialien). Standort ist die RAA-Mediathek. ARiC Berlin hat sich im Laufe der Jahre gegen viele Hindernisse als soziales Dienstleistungsprojekt für das Netzwerk der Migranten- und Flüchtlingsarbeit in Berlin und über Berlin hinaus profiliert. Es bietet in konzentrierter Form alle für die soziale, psychosoziale und pädagogische Arbeit der Institutionen und freien Träger benötigten Informationen. Auf Anfrage werden Materialien in Form von Text-, Gesetzes-, Adressensammlungen, thematischen Dokumentationen oder Weiterbildungsangeboten zusammengestellt. Informationsanfragen und Besucher kommen aus dem gesamten Bundesgebiet und dem Ausland, mit eindeutig steigender Tendenz seit der Einbindung der Adressdatenbank und eines 550 Titel umfassenden „Schnupperangebots“ der Materialdatenbank ins Internet (seit 4/97). An der vollständigen Einbindung der Literatur- und Materialdatenbank in das Internet wird gearbeitet. ARiCbase wird auch von Partnerorganisationen wie ARiC-NRW, D.I.R. Marburg, IDA e.V. Düsseldorf und Aktion Courage e.V. Bonn genutzt. Alle genannten Organisationen sind Mitglied im „Netz gegen Rassismus - für gleiche Rechte“, das im März 2000 den „Vorschlag für einen Aktionsplan gegen Rassismus für die Bundesrepublik Deutschland“ verabschiedet hat. ARiC Rotterdam ist im März 1999 mit zwei weiteren niederländischen Einrichtungen zu LBR Rotterdam fusioniert. Unsere offene und pragmatische Zusammenarbeit bleibt im Wesentlichen unberührt. 1995 hatten Berlin und Rotterdam in Zusammenarbeit mit dem Türkischen Bund in Berlin-Brandenburg und gefördert von der Ausländerbeauftragten des Senats Niederländisch-Deutsche Tage - Zur Situation von Migranten in beiden Ländern veranstaltet, die auch als Tagungsdokumentation vorliegen. Ein weiteres ARiC-Arbeitsfeld sind Indoor- und Outdoor-Infostände. Im Europäischen Jahres gegen Rassismus 1997 gehörte ARiC Berlin e.V. zu den 295 deutschen Bewerbern für eine Projektförderung durch die Europäische Kommission in Brüssel. Die „Tour de Chance / Unterwegs mit der Öffentlichen Schublade“ war schließlich eines der 28 bewilligten Projekte. Mit der Installation gegen Vorurteile war ARiC in fünf europäischen Ländern unterwegs. ARiC war außerdem am europäischen multimedialen Ausstellungsprojekt „Overcome Racism Now“ beteiligt, für das zwölf Städte aus sechs Ländern zu den Themen Migration, Diskriminierung und Integration Material beigesteuert hatten. Die von der italienischen Nichtregierungsorganisation ARCI Rom koordinierte Wanderausstellung wurde von der Europäischen Kommission finanziert und machte vom 14. bis 28. Oktober 1999 in Berlin Station. Gegenwärtig sind bei ARiC Berlin folgende Projekte installiert: - Arbeitsgruppe GRAD „Gegen Rechte und Rassisten - Angebote an die Demokratie“ Computergestützte Informationen und Handlungsanleitungen - zwei SAM-Stellen - Zebra-online / Interkulturelle Internetzeitung - zwei SAM-Stellen - Die Interaktive Kommode“- Soziokulturelles Angebot im Schüler-Freizeitbereich - acht ABM-Stellen - Eine Teilzeitstelle für Projektverwaltung/Finanzen. Das spannende Umfrageprojekt „Gelungene Integration“ ist leider nicht weiter gefördert worden. In Zusammenarbeit mit Aktion Sühnezeichen Friedensdienste und Asyl in der Kirche ist ARiC Berlin seit 1997 zum vierten Mal Gastprojekt für einen Freiwilligen (European Voluntary Service). Nach einem Niederländer, einer Belgierin und einem von der Robert-Bosch-Stiftung geförderten jungen Polen arbeitet seit September 2000 eine Polin für ein Jahr bei ARiC. Studenten und Praktikanten vervollständigen zeitweilig das ARiC-Team. Seit 1998 gewährt die Senatsverwaltung für Arbeit, Soziales und Frauen einen hilfreichen „Sachkostenzuschuss zur Unterhaltung und Zurverfügungstellung des Datenbank-Informationssystems ARiCbase“. Offen bleibt der Wunsch nach einigen fest finanzierten Stellen, denn die Kontinuität der Arbeit eines Fachinformationszentrums ist durch Mittel der Arbeitsförderung nicht zu gewährleisten. Während sich ARiC Rotterdam (jetzt LBR) auf eine verlässliche Basisfinanzierung stützen kann, verhindert das Fehlen dieser Voraussetzungen bei ARiC Berlin jede Planungssicherheit und behindert deutlich die Effektivität der Arbeit. Bislang ist es uns auch nicht gelungen, Sponsoren oder größere Spendengeber zu gewinnen, da Antirassismus und Antigewalt offenbar nicht als Image fördernde Themen gelten. Quelle: http://www.aric.de/bln-info.htm |
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