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7 Kultur, Kommunikation, Medien
| Sprache / Kulturinstitutionen, Archive, Bibliotheken, Museen, Galerien, Ausstellungen / Kulturtheorien, Soziokultur / Presse / Alternativpresse / Gegenöffentlichkeit, Medientheorie / Rundfunk / Fernsehen / Informationsübermittlung / Internet / Open Source / Netzkritik, Netzkultur, Netzkunst / Neitzbewegung, Netzaktivismus / E-Texte, Digitale Texte / Kino / Theater / Musik / Bücher / Verlage, Literatur / Zensur / Kunst / Satire, Humor
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| Systematik: | ID-Archiv id-e-701 id-e-47 |
| | Status: | Changed | | Checked: | 03-03-02 03:48:39 PM |
| | Adresse: | Bibliothek für Zeitgeschichte Lesesaal Marinearchiv Benutzungsräume in der Gaisburgstr. 4a: (nach telefonischer Voranmeldung) Archivalische Sammlungen (Tel. 212-4493) Dokumentationsstelle für unkonventionelle Literatur (Tel. 212-4480) mailto:bfz@wlb-stuttgart.de |
| | Selbstdarstellung: | | Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek Geschichte Die Bibliothek für Zeitgeschichte in Stuttgart verdankt ihre Existenz dem Ersten Weltkrieg. Als private Sammlung 1915 von dem schwäbischen Industriellen Richard Franck in Berlin gegründet, gehörte die Weltkriegsbücherei - wie sie bis 1948 genannt wurde - zu der Vielzahl von Kriegssammlungen und Kriegsmuseen, die in dieser Zeit in nahezu allen kriegführenden Ländern entstanden. Die Geschäftsverbindungen der Kaffeemittelfirma Heinrich Franck Söhne auch ins neutrale Ausland ermöglichten es Richard Franck, in großem Umfang zu sammeln. Bereits 1920 umfasste die Sammlung 45.000 Bücher und Druckschriften, 2.100 in- und ausländische Zeitungen und Zeitschriften der Kriegsjahre, ferner Plakate, Flugblätter, Karten, Fotos, Briefe und Tagebücher. 1921 übersiedelte die Weltkriegsbücherei in das von der württembergischen Regierung zur Verfügung gestellte Schloß Rosenstein in Stuttgart. Mit der konsequenten Erschließung der Bestände, durch ihre bald periodisch erscheinenden Bibliographien und aufgrund ihrer privaten Trägerschaft, die in den Jahren der Depression eine finanzielle Unabhängigkeit ermöglichte, gewann die Weltkriegsbücherei an Bedeutung: Sie wurde zu einem Zentrum der Erforschung von Ursachen und Folgen des Ersten Weltkriegs. 1928 sicherte Richard Franck die weitere Existenz der Bibliothek durch die Gründung einer eigenen Stiftung. Weitergehende Pläne wie die Verbindung der Weltkriegsbücherei mit der Historischen Reichskommission und ihre Rückverlegung nach Berlin zerschlugen sich. Statt dessen kam es zu einer personellen Verknüpfung mit dem Lehrstuhl für Geschichte der Technischen Hochschule Stuttgart; dessen Inhaber sollte künftig auch die Leitung der Weltkriegsbücherei übernehmen. Von Anfang an hatten Pläne bestanden, neben der Bibliothek auch ein Museum aufzubauen. Das am 13. Mai 1933 eröffnete Museum sollte - ganz im Sinne der nationalsozialistischen Machthaber - die Kriegsschuldfrage thematisieren und der historischen Legitimation eines möglichen künftigen Krieges dienen. Die Weltkriegsbücherei gliederte sich fortan in vier Abteilungen: Bibliothek, Archiv, Museum und Forschungsinstitut. 1939 war sie bereits auf 100.000 Bände angewachsen und so zur bedeutendsten Spezialbibliothek Deutschlands für alle Fragen der politischen und militärischen Geschichte des 20. Jahrhunderts geworden. Institutionell blieb die Weltkriegsbücherei während der Zeit des Nationalsozialismus selbständig, allerdings war die Leitung der Bibliothek zu gewissen inhaltlichen Konzessionen bereit. Der Zweite Weltkrieg, der den Sammlungen der Bibliothek u. a. aufgrund von Verabredungen mit den Propaganda-Einheiten der Wehrmacht eine Fülle neuen Dokumentationsmaterials beschert hatte, bedeutete auch das vorläufige Ende der Weltkriegsbücherei. Im September 1944 wurde Schloß Rosenstein bei einem Luftangriff nahezu völlig zerstört und mit ihm ein großer Teil der Bestände, vor allem aus Archiv und Museum, so etwa die zu diesem Zeitpunkt ca. 50.000 Blätter umfassende Plakatsammlung und die Fotosammlung zur Weimarer Republik. Die 1948 in Bibliothek für Zeitgeschichte umbenannte ehemalige Weltkriegsbücherei fand 1972 ihre neuen Arbeits- und Magazinräume im Gebäude der Württembergischen Landesbibliothek. Verbunden damit war eine enge Zusammenarbeit zwischen der Bibliothek für Zeitgeschichte als Spezialbiblothek und der Württembergischen Landesbibliothek als Universalbibliothek: So wurde die Orts- und Fernleihe incl. Magazinverwaltung gänzlich von der Württembergischen Landesbibliothek ausgeführt. Ab Mitte der 1970er Jahre ging man Schritt für Schritt dazu über, die Kataloge der beiden Bibliotheken zusammenzuführen. Schließlich wurde auch sukzessiv die Literaturerwerbung bis hin zu konkreten Erwerbungsabsprachen aufeinander abgestimmt. Heute ist die Bibliothek für Zeitgeschichte eine international angesehene historische Forschungseinrichtung und eine der größten Spezialbibliotheken (ca. 310.000 Bände) für Zeitgeschichte in Europa. Die Bestände der Bibliothek werden ergänzt durch die beiden Sondersammlungen Archivalische Sammlungen und Dokumentationsstelle für unkonventionelle Literatur. Letztere wurde 1972 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft eingerichtet, mit der Aufgabe, graue Literatur zur politischen Auseinandersetzung in der Bundesrepublik Deutschland seit der Studentenbewegung der 60er Jahre zu archivieren. Trägerin der Bibliothek für Zeitgeschichte war bis 1999 die privatrechtliche 'Stiftung Bibliothek für Zeitgeschichte'. Sei Beginn des Jahres 2000 ist die Bibliothek für Zeitgeschichte in die Württembergische Landesbibliothek integriert. |
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